Unterschiedliche Testverfahren haben sich in der Praxis bewährt, mit Hilfe derer sich eine Unverträglichkeit gegen Milchzucker feststellen lassen kann.
Zu den einfachsten und sichersten Methoden, eine genetische Veranlagung für einen Laktasemangel festzustellen, zählt der Gentest (z.B. Leben’s Laktase-Check). Eine Speichelprobe wird im Labor dahin gehend untersucht, ob ein genetisch bedingter Enzymmangel, bei dem die Laktase-Aktivität im Laufe des Lebens nachlässt, vorliegt. Die Untersuchung ist für den Betroffenen frei von Nebenwirkungen und das Ergebnis liefert eine eindeutige Diagnose.
Beim H2-Atemtest wird der Wasserstoffgehalt (H2) in der Atemluft nach dem Konsum einer Milchzuckerlösung gemessen. Wasserstoff entsteht, wenn unverdaute Laktose durch Darmbakterien unter anderem zu Wasserstoffgas umgesetzt wird. Je weniger die Laktose durch das Enzym Laktase gespalten wird, desto mehr Milchzucker gelangt in den Dickdarm. Ergo: Der Wasserstoffgehalt in der Atemluft ist umso größer, je größer die Unverträglichkeit gegen Milchzucker ist. Nachteil dieses Testverfahrens: Betroffene sollten zum einen viel Zeit mitbringen (Untersuchungsdauer bis zu 4 Stunden) und müssen mit dem Auftreten der bekannten Symptome nach dem hierbei notwendigen Verzehr von Milchzucker rechnen!
Wie beim H2-Atemtest wird auch bei diesem Test eine milchzuckerhaltige Lösung getrunken. Da Laktose normalerweise durch Laktase in seine beiden Bestandteile Glukose und Galaktose gespalten wird, lässt sich im Normalfall der Anstieg von Glukose im Blut feststellen. Über den Glukosewert im Blut lassen sich also Rückschlüsse über die Aktivität der Laktase treffen – je weniger Enzym im Dünndarm vorhanden, umso geringer der Blutglukosewert beim Laktosetoleranztest. Auch bei diesem Testverfahren klagen Betroffene oft über die schmerzhaften Symptome ihrer Milchzuckerunverträglichkeit.


