Home/Laktoseintoleranz/Laktasemangel
http://www.leben-s.de/print/laktoseintoleranz/laktasemangel.html

Laktasemangel

Wenn Milch keine Wohltat ist...

 

Für rund 12 Millionen Menschen in Deutschland ist Milch keine Wohltat, sondern Ursache für Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Blähungen und Völlegefühl.

Sie leiden unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, was in diesem speziellen Fall bedeutet, dass sie den in Milch und Milchprodukten enthaltenen Milchzucker (Laktose) nicht verdauen können.

Dabei trifft es nicht jeden gleichermaßen. Einige Betroffene können kleine Mengen an Milchzucker
durchaus vertragen, wohingegen andere bereits auf kleinste Spuren von Milchzucker reagieren.

Milch – nicht für jeden eine Wohltat. Der in ihr enthaltene Milchzucker (Laktose) kann bei einer Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktoseintoleranz) unangenehme Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

Was ist Milchzucker (Laktose)?

Milchzucker (Laktose) ist ein natürlicher Bestandteil der Milch. Er findet sich außer in Milch auch in allen daraus hergestellten Produkten wie Sahne, Molke oder Käse.
Das erste Mal nimmt der Mensch Milchzucker bereits im Säuglingsalter mit der Muttermilch auf.

Laktose ist chemisch gesehen ein Kohlenhydrat und ein sogenannter Zweichfachzucker (Disaccharid). Dieser setzt sich aus den zwei Einfachzuckern, Glucose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker), zusammen.

Die Besonderheit von Milchzucker besteht darin, dass er, im Vergleich zu anderen Zuckerarten, nur in der Milch von Säugetieren vorkommt. Je nach Spezies enthält die Milch unterschiedliche Konzentrationen von Milchzucker. Zum Vergleich: Ziegenmilch enthält 4,4 g Laktose/100 ml, Kuh- und Schafsmilch enthalten 4,8 g Laktose/100 ml und menschliche Muttermilch enthält sogar 7,0 g Laktose/100 ml.

Das Laktase-Enzym

Laktose als der oben beschriebene Zweifachzucker ist vom menschlichen Körper in seiner ursprünglichen Form nicht verwertbar. Daher muss er zunächst in seine beiden Bestandteile, Glucose und Galaktose gespalten werden. Diese Einfachzucker können vom Körper optimal weiterverarbeitet werden und dadurch dem Stoffwechsel zugute kommen.

Verantwortlich für die Spaltung des Milchzuckers ist das Enzym Laktase.

Fehlt dieses Laktase-Enzym oder ist es nicht ausreichend im Dünndarm vorhanden, gelangt der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm und wird dort vergoren.
Etwa zwei Stunden nach dem Verzehr von laktosehaltigen Produkten treten dann als Folge die typischen Symptome, wie Durchfall und Blähungen, auf.

Diese Nahrungsmittel-Unverträglichkeit wird Milchzucker-Unverträglichkeit oder Laktoseintoleranz genannt.

Welche Arten von Laktasemangel gibt es?

Auslöser für die Beschwerden bei einer Milchzucker-Unverträglichkeit ist also ein Laktasemangel.
Dieser ist nicht gleichbedeutend mit einer Milchallergie. Im Gegensatz zu einem Mangel des Laktase-Enzyms handelt es sich bei einer Milchallergie um eine Fehlreaktion des Immunsystems, ähnlich einer Pollenallergie. Der Auslöser dafür ist nicht die Laktose, sondern die in der Milch enthaltenen Milchproteine. Eine Milchallergie äußert sich in Hautausschlägen, Koliken, Atembeschwerden bis hin zu allergischen Schocks.

Bezüglich des Laktasemangels lassen sich zwei Arten unterscheiden:

Primäre Laktoseintoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit)
Der primäre Laktasemangel ist die am häufigsten auftretende Form des Laktasemangels und ist genetisch bedingt. Dabei nimmt die Laktaseaktivität im Dünndarm mit zunehmenden Alter kontinuierlich ab.
Dies ist ein natürlicher Vorgang, der bei nahezu allen Personen beobachtet werden kann. Senioren vertragen daher Milch und Milchprodukte generell schlechter als junge Menschen.

Daher ist für das Auftreten von Magen-Darm-Beschwerden nicht die generelle Abnahme der Laktaseproduktion ausschlaggebend, sondern vielmehr in welchem Maße sie erfolgt.

Sekundäre Laktoseintoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit)
Der sekundäre Laktasemangel ist im Gegensatz zum primären Laktasemangel nicht erblich bedingt, sondern entsteht infolge von anderen Magen-Darm-Erkrankungen. Der Enzymmangel kann zum Beispiel durch Dünndarmerkrankungen wie Zöliakie, Morbus Crohn oder bakterielle Infektionen auftreten beziehungsweise nach Magen-Darm-Operationen oder durch die Einnahme von Antibiotika bedingt sein.
Wurde die Grundkrankheit erfolgreich behandelt, kann sich die Laktaseproduktion wieder stabilisieren.

Die Folgen des Laktasemangels

Das Fehlen beziehungsweise die Reduzierung des Laktase-Enzyms hat für die Betroffenen weitreichende Folgen.

Zum einen wird die natürliche Darmflora durch regelmäßige Durchfälle stark beansprucht. Menschen mit einem Laktasemangel sollten daher ihre Darmflora mit prebiotischen und probiotischen Produkten kontinuierlich aufbauen.

Zum anderen stellen Milch und Milchprodukte eine wichtige Calciumquelle in der menschlichen Ernährung dar.
Der Mineralstoff ist essentiell für den Aufbau und die Stabilität des menschlichen Skeletts. Eine dauerhafte Unterversorgung mit Calcium kann schwerwiegende gesundheitliche Probleme mit sich bringen.

Betroffene, die gänzlich auf Milch und Milchprodukte in ihrer Ernährung verzichten, setzen sich dieser Gefahr aus.
Daher ist eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung hier von besonderer Bedeutung.

«zurück zu Verdauungsbeschwerden                         

                                                           weiter zu Testmethoden»

Ihr Leben in Balance

Unterstützung für eine gesunde Verdauung - unsere Leben's Produkte.

Wo steckt Laktose drin? Ihr kleiner Einkaufshelfer >>

 

Weitere Informationen zum Thema Darmgesundheit finden Sie hier.

 

Bestellen Sie hier unseren Newsletter mit Tipps zum Thema Laktoseintoleranz und weiteren Informationen.